Mittwoch, Februar 16, 2005

TeleCoach® der Wirtschaft

Autoren: Bärbel Hoffmann & Hans-Otto Krasniewicz

Aus­bildung zum TeleCoach® der Wirtschaft - Ein Erfahrungsbericht

Die neuen Medien ermöglichen eine weltweite zeit- und ortsunabhängige Verbreitung von Wissens- und Bildungsinhalten. Neue Dimensionen im Wettbewerb der Bildungsanbieter entstehen, die den Bildungsmarkt in einem bislang nicht erahnten Maße entstaatlichen und globalisieren werden. Netz- und technologie­basierte Bildungsangebote erfahren eine schnell wachsende Nachfrage und Verbreitung.

Die Bildungslandschaft hat sich verändert – die Adressaten haben heute stärker den Anspruch, i. S. eines autonomen Lerners zu agieren. Das Fernlernen, das Selbstlernen mit interaktiven Medien sowie das inter­netgestützte eLearning halten in vielen Bereichen ihren Einzug. Gleichermaßen ist der Lehrende stärker in der Rolle eines Coaches von Lernprozessen gefragt.

Die Ziele Lernen mit Medien in den Unterrichtsalltag zu einem Blended-learning-Konzept zu integrieren und Medienkompetenz bei den Lernen­den zu erreichen, existieren an Berufskollegs gleichermaßen wie in der Lehrerausbildung an Studien­seminaren. Neben den traditionellen Lehr- und Lernformen werden mehr und mehr das Lernen am Computer, in computer­unterstützten Netzwerken sowie auf virtuellen Plattformen (wie z. B. lo-net) ein integraler und nicht mehr weg zu denkender Bestandteil von Aus- und Weiterbildungs­prozessen sein.


1 Telekommunikativer Unter­richt als neue Heraus­forderung an Lehr­kräfte und Schulen

Die Berufskollegs und Studien­seminare haben den gesellschaft­lichen Wandel in Wirtschaft und Bildung verstanden. Das Lernen mit und über Medien ist nicht nur als eine Schlüssel­qualifikation unserer Gesellschaft anzusehen, sondern stellt darüber hinaus neue Anforderungen an gegenwärtige und zukünftige Bildungskonzepte.

Die Erarbeitung neuer Medien­konzepte als Teil der Schul- bzw. Seminarprogramme macht deutlich, dass der Unterricht mit Medien Unterrichtsalltag ist – für alle Schulformen und alle Fächer (vgl. e-nitiative.nrw – Netzwerk für Bildung 2003, S. 11).

Die Allgemeine Prüfungsordnung für das Berufskolleg (APO-BK) Anlage E ist seit August 2003 neu gefasst. Die Absolventen der Fachschule erhalten nach vier Jahren den Abschluss zum staatlich geprüften Techniker bzw. Betriebswirt und die Fachhoch­schulreife. Ab dem Schuljahr 2004/2005 sind in den Fachschulen zudem Selbst­lernphasen in einem Umfang von bis zu 480 Stunden vorgesehen, wodurch eine Verkürzung der Präsenzzeiten möglich werden soll.

Die Lehrer an den Berufskollegs und die zukünftigen Lehrer, sprich: die Referendare, sind gefordert! Der von ihnen zu planende und dann durch­zuführende didaktisch-methodische Weg für diese Selbstlernphasen ist völlig offen. Einige Kollegen an Berufskollegs in Werne und Dortmund haben schon erste Geh­versuche unternommen und bekla­gen im Bereich des Telelearnings verwaiste virtuelle Klassenzimmer (vgl. Blended Learning, schule & praxis 8/9-2004, S. 22f.). Angehende Lehrerinnen und Lehrer bedürfen bekanntlicherweise einer eingehen­den Ausbildung, um ihren Beruf professionell ausfüllen zu können. Ist dieser Grundsatz bei dieser neuen Form des Lehrens und Lernens überholt oder fallen die notwendigen Qualifikationen quasi „vom Himmel“?


2 Telelearning/-teaching – Qualifizierung zumTeleCoach

Alle reden von Telelearning, das Lernen mit Hilfe der Multimedia- und Internettechnologie hat Konjunktur - aber wer qualifiziert eigentlich die Lehrer für das Telelearning?
In diesem Zusammenhang wird die Forderung erhoben, einen verbindlichen Standard zu schaffen, der es den Lehrerin­nen und Lehrern ermöglicht, das neue Medium professionell zu handhaben und im Sinne der Quali­tätssicherung von Bildungs­angebo­ten deren Vergleich­barkeit zu garantieren.

Angesichts dieser neuen Anforde­rungen, die der virtuelle Unterricht an die Lehrkräfte und an die Schulen stellt, ist bereits im Oktober 1999 ein telekommuni­kativer Lehrgang entwickelt worden, der wahlweise mit dem bundesweit anerkannten TC TeleCoach® bzw. TT Tele­Tutor
® der Wirtschaft abschließt.

Die Möglichkeit zur Qualifizierung zum TeleCoach bzw. TeleTutor erfolgt überwiegend Online per Internet, damit die Teilnehmerinnen und Teil­nehmer schon beim Lernen die wesentlichen Anforderungen ihres künftigen Arbeitsfeldes hautnah erfahren.

Als Basis dient das von der Uni­versität Paderborn gemeinsam mit der Firma ets diddatic media GmbH entwickelte TC TeleCoach®- Konzept. Das multimedial gestützte Lehrgangskonzept umfasst ins­ge­samt 200 Lernstunden und besteht aus mehreren Modulen. Die Online-Lehrgänge zum TeleCoach und TeleTutor sind von der Zentral­stelle für Fernunterricht (ZFU) aner­kannt. Die Zertifizierung im Rahmen der angestrebten Abschlüsse wird nach der erfolgreichen Teilnahme an Online- und Präsenzveranstaltungen sowie einer abschließenden Prüfung durch die Lehrgangs­teilnehmerInnen vorgenommen.



3 Die Ausbildung zum Tel­eCoach

3.1 Das Blended-Learning-Konzept

Der Lehrgang beginnt mit einer kurzen Präsenzveranstaltung, die in das Arbeiten mit einer virtu­ellen Lernplattform sowie dem inhä­renten Konferenzsystem (hier: Centra) einführt und mit den ver­schiedenen Kommunikations­techniken vertraut macht. Der Großteil des Kurses erfolgt Online über das Distance Learning System DLS® von ets, das asyn­chrone (eMail, Foren, automatisierter Lösungs- und Korrekturversand) und synchrone (Chat, Videokonferenzen) Kommuni­kationsmöglichkeiten bereitstellt sowie die Administrierung von Kursen ermög­licht, indem z. B. Lernmaterialien und Foren gezielt zugänglich gemacht werden. Die 17 Qualifizierungs­einheiten (CBTs und WBTs vgl. Übersicht) werden in jeweils 8-12 Lernstunden mit den zur Verfügung gestellten Medien erarbeitet.

Zur Behebung von Eingangsdefiziten ist es möglich, Brückenkurse zu belegen. Das Konzept ist handlungs­orientiert aufgebaut. Die praxis­bezogenen Aufgaben werden mit Hilfe des bereitgestellten theore­tischen Basiswissen weitestgehend selbstständig oder gemeinsam mit anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Netz bearbeitet. Sie werden dabei durch erfahrene MasterCoaches unter­stützt. Durch diese flexible Art des Lernens werden die verschiedenen Online-Kommunikations­möglich­keiten und die Zusatz­funktionalitäten (Chat, Whiteboard, Application-Sharing, Video­konferenzen, Foren, Newsgroups, Content- oder Down­loadpools, inter­aktive Tests, Simula­tionen, Repor­ting, Login-Statistiken, Wissens­bibliotheken, Hilfefunktionen, virtuelle Guides ect.), mit denen ein zertifi­zierter TC Telecoach später selbst Lernende betreuen wird, intensiv erarbeitet.



3.2 Zeitlicher Umfang und Inhaltsstruktur der Ausbildung

Der gesamte Lehrgang ist durch eine Zeitschiene mit vereinbarten Meilen­steinen vorgegeben (vgl. Abbildung). Die zur Verfügung gestellten CBT/WBT-Bausteine sind allerdings so aufge­baut, dass der Lernende sowohl einen linearen als auch einen bedarfsorientierten Lern­weg beschreiten kann. Somit wird die Lernzeit, Lerndauer und das Lern­tempo eigenständig bestimmt. Die Unterrichtsinhalte sind in verschiede­nen Zusam­menhängen und aus unterschied­lichen Perspektiven dar­gestellt. Durch die problemorientier­ten und fallstudien­bezogenen Auf­gaben­stellungen werden die Zusammen­arbeit und der Kommuni­kations­austausch der Lernenden unterein­ander stimuliert und aktiviert. Das DLS ermöglicht außerdem eine indi­viduelle Betreuung durch den MasterCoach.

Die Zeitschiene und die inhaltliche Verzahnung der einzelnen Phasen zu einem Blended-Learning-Prozess soll durch folgende Darstellung verdeutlicht werden (vgl. Schröder, R.: IT-Qualifikation für Wirtschafts­pädagogen in Aus- und Weiter­bildung - Qualifizierung zum TeleCoach® an der Universität Paderborn; in: Wirtschaft und Erziehung, Heft 02/2001, S. 43-49):




4 Die Prüfung zum zerti­fizierten TC TeleCoach
der Wirtschaft®

Zu den geforderten Prüfungs­leistungen gehören:
- die Erstellung einer didaktisch-methodischen Facharbeit
- die Entwicklung eines inter­aktiven Contents;
- die Durchführung eines halb­stündigen Kollo­quiums per audio-visuellem Konferenz­raum (Point-to-Point-Konferenz).


4.1 Theoretische Facharbeit und Erstellung eines multi­medialen Contents

Bei dieser Prüfungsleistung geht es um die didaktisch-methodischen Rahmen­bedingungen zur Planung und Gestal­tung von webbasierten Lern­materialien (WBTs), vor deren Hintergrund telekommunikative Prozesse wie z. B. Teletutoring, Teleteaching und Teleko­operation innerhalb eines Blended-Learning-Konzeptes durchgeführt werden können. Daher besteht dieser Prüfungsteil einerseits aus den konzep­tionellen Überlegungen und anderer­seits aus deren prak­tischer Umsetzung.

Bei den konzeptionellen Über­legungen sollen u. a. folgende Aspekte thematisiert werden:
- Inhaltliche Eingrenzung und Reduktion im Hinblick auf die Ziel­gruppe
- Lernziele und metho­dische Ausgestaltung
- Interaktions- und Navi­gations­möglichkeiten
- Mulitmediale Ausstattung
- Unterrichtliche Einbin­dung und ergänzende Coaching-Aktivi­täten

Bei der praktischen Umsetzung werden webbasierte Seiten zu einem umfangreichen multi­medialen Content mit dem Auto­rentool CourseFactoryWeb® auf Grundlage der konzeptionellen Überlegungen erstellt, um u. a. folgenden Kriterien zu genügen:
- Interaktiver Zugang durch die Lernenden
- Sowohl linearer als auch bedarfs­orientierter Zugang der Lerninhalte
- Handlungsorientierte Aufbe­reitung durch einen fallstudien­orientierten Hintergrund
- Telekooperative Schwerpunkt­setzung durch die Integration eines virtuellen Methodenmixes.


4.2 Audio-visuelles Kolloquium- (Point-to-Point-Konferenz)

Der mündliche Prüfungsteil wird im Rahmen einer Point-to-Point-Konferenz abgewickelt und besteht aus einer PowerPoint-Präsentation, in der die Facharbeit vorgestellt wird. Die Ausführungen werden medial via Application Sharing und / oder White­board unterstützt. Das unmittelbar anschließende Fachgespräch mit einem Prüfungsteam der Universität Paderborn (Prof. Dr. Kaiser & Dr. Schöder) dient zur Diskussion sowohl der Facharbeit als auch der Handlungsfelder eines TeleCoachs.


5 Resümee

Die Erfahrungen und Erkenntnisse nach Abschluss der Fortbildung und der damit verbundenen Zertifizierung zum TC TeleCoach lassen sich wie folgt zusammenfassen:
- Durch die Entwicklung der Neuen Informations- und Kommunikationstechnologien und der Wissensexplosion ist eine zeitliche und räumliche Flexibilisierung der Lern- und Lehrprozesse möglich und erforderlich.
- Der konventionelle Fernunter­richt entwickelt sich auf der Basis der Internettechnologie zu einem telekommunikativen Unterricht weiter.
- Die didaktisch-methodische Ausgestaltung des telekommuni­kativen Unterrichts ist noch lange nicht erschöpft, sondern muss durch einen virtuellen Methodenmix noch kooperativer gestaltet werden.
- Beim Lernen über das Netz kann es zu verschiedenen Problemen kommen, die insbe­sondere aus den Besonder­heiten der technologie­basierten Kommunikation resul­tieren.
- Telekommunikative Prozesse und Präsenzphasen müssen im Rahmen von Blended-Learning- Konzepten zunehmend flexibel miteinander kombiniert werden, um die jeweiligen Stärken zu verbinden.

Insgesamt wird der Erfolg des tele­kommunikativen Lernens und Leh­rens maßgeblich davon abhängen, dass neben der technischen Infra­struktur insbesondere die didaktisch-methodischen Konzepte weiter­entwickelt werden, um den vielfäl­tigen Dimensionen von webbasierten Prozessen und dem inhärenten Anspruch der bedarfsorientierten Individualisierung gerecht zu werden. Ent­scheidend sind in diesem Zusam­menhang auch die Fähigkeiten und Fertigkeiten der Lehrkräfte, um z. B. virtuelle Lerngruppen über das Internet zu betreuen. Deshalb gilt es im Rahmen der Lehreraus- und -weiterbildung sicherzustellen, dass die Lehrkräfte neben dem Präsenz­unter­richt auch auf virtuelle Lernsituationen angemessen vor­bereitet werden. Hierzu kann z. B eine Qualifizierung zum TeleTeacher beitragen, die gerade von Kolleginnen und Kollegen einesBerufskollegs und dem Studienseminar Hagen in Zusammenarbeit mit der ets didactic media GmbH und der Universität Paderborn entwickelt wurde.

TeleTeacher am Berufskolleg

Autoren: B. Hoffmann & H.O. Krasniewicz

1 Die Ausbildung zum TeleTeacher® - ein pragmatischer Transfer

Die Kaufmännische Schule hat in ihrer Dezember-Ausgabe das Ausbildungsprofil zum TeleCoach® der Wirtschaft vorgestellt, das von den beteiligten Kolleginnen und Kollegen als Transfergrundlage sowohl für die Schul- als auch für die Seminararbeit gedacht ist. Zur Erinnerung: Im Sommer 2004 haben insgesamt fünf Lehrkräfte eines Berufskollegs und drei Seminarausbilder des Studienseminars Hagen die Qualifizierung und Zertifizierung zum TC TeleCoach® erfolgreich absolviert.

Inzwischen ist von je zwei TeleCoaches des Studien­seminars Hagen sowie des Berufskollegs ein Aus-/ Fortbildungskonzept ent­wickelt worden, das sowohl Referendarinnen und Referen­daren als auch Kolleginnen und Kollegen eine Zertifizierung zum Tele­Teacher durch die Uni­versität Pader­born ermöglichen soll. 1) Für den zu­erst genannten Adres­satenkreis wird zudem eine Bescheinigung für eLearning-basierte Bildungs­gänge angestrebt, so dass sich für diesen Personenkreis die Einstellungs­chancen innerhalb der Bewerbungsverfahren erhöhen.

Diese Qualifizierungsmaßnahme zum TeleTeacher basiert auf dem Ausbildungsprofil zum TC TeleCoach®, ist aber auf die speziellen Bedürfnisse der Lehrerinnen und Lehrer an Berufskollegs zugeschnitten. 2) 3) Diese Qualifizierung soll eine Lauf­zeit von 6 Monaten haben, insge­samt einen Umfang von 80-100 Arbeits­stunden beinhalten und ist als Blended-Learning-Konzept angelegt.

Im Rahmen eines Studienseminarkonzeptes lässt sich diese Ausbildungsmaßnahme zum Tele­Teacher dagegen nur in einem Zeitraum von 12 Monaten durchführen, um die LehramtsanwärterInnen nicht zu hohen Belastungen auszusetzen. Die zugrunde liegende Modulstruktur sowie eine interaktive Schnuppereinheit lässt sich im Internet abrufen. 4)

Am Ende beider Qualifizierungen erfolgt ein Zertifizierungsverfahren, in dem die TeilnehmerInnen drei Tei­l­leistungen zu erbringen haben:
- Für eine Online-Konfe­renz ist eine Verlaufsplanung zu ent­wickeln.
- Die geplante Online-Konferenz ist in einem zeitlichen Auschnitt real mit TeilnehmerInnen durchzuführen;
- In einer mündlichen Online-Prüfung soll die zuvor ent­wickelte Unterrichts­einheit präsentiert und in einem Fach­gespräch erläutert, reflektiert und durch weiterführende Fragen vertieft werden.

Die vorgestellte Qualifizierungs­maßnahme zum Tele­Teacher soll eine Beitrag dazu leisten, durch die Etablierung eines von externen Institutionen durchgeführten Zertifi­zierungverfahrens eine standar­di­sierte Qualitätssicherung zu reali­sieren, so dass eine Vergleichbarkeit von Bildungs­angebo­ten erreicht wird.

2 Praktisches Beispiel im Rahmen der Ausbildung zum TeleTeacher®

Die nachstehende Abbildung zeigt zwei Ausschnitte aus einer Online-TeamTeaching-Sitzung (120 Min.) eines Blended-Learning-Prozesses. Die ange­henden TeleTeacher nehmen dabei die Planung und die Durchführung von Online-Konfe­renzen eigenständig vor.


3 Kompetenzbereiche des TeleTeacher® der Wirtschaft

Die Anforderungen an die Lehrkräfte haben sich durch die Neuen Medien und den Bemühungen um eine stärkere Berücksichtigung konstrukti­vistischer Konzepte gewandelt. Neben ihrer traditionellen Rolle als Wissensvermittler tritt zunehmend die Rolle als Berater und Moderator, der sich verpflichtet fühlt, die Lernen­den zum selbstgesteuerten und kooperativen Lernen sowie zum kreativen Umgang mit den Neuen Medien zu befähigen. 5) Die Nutzung der Neuen Medien zur Unterstützung der Lern- und Lehr­prozesse stellt neue Anforderungen an die Lehrkräfte, die deutlich über die Handhabung der Hard- und Soft­ware hinausgehen. Insbesondere hinsichtlich des telekommunikativen Unterrichts ändert sich das Profil der zuvor genannten Kompetenzen der Lehrkräfte:


Methodische Kompetenz:
- Verzahnung der Phasen des mediengestützten Einzellernens und der netzbasierten Kommu­nikation und Kooperation.
- Synchronisation der Lernfort­schritte (z. B. durch Multipoint-Videokonferenzen), die sich ins­besondere bei längeren Phasen des mediengestützten Einzel­lernens auseinander entwickeln können.
- Auswahl bzw. Entwicklung insbe­sondere von HTML-basierten Unterrichtsmedien vor dem Hintergrund des unterricht­lichen Gesamtkonzepts unter besonderer Berücksichtigung der Phasen des mediengestützten Einzellernens.
- Durchführung von Lernerfolgs­kontrollen über das Internet, z. B. mündliche Prüfungen via Videokonferenz.

Kompetenz zur Leitung von Lern­gruppen:
- Moderation und Motivation der Mitglieder virtueller Lerngruppen auf der Basis der synchronen und asynchronen Kommuni­kation.
- Aufsicht hinsichtlich der Einhal­tung der Kommunikations­ordnung und Netiquette (der „Knigge“ für das Internet).
- Beherrschung der Skriptorik, d. h. Kommunikation auf schrift­lichem Wege.

Diagnostische Kompetenz:
- Erfassung der technischen, organisatorischen und pädago­gischen Rahmenbedingungen.
- Erfassung von Lern- und Motiva­tionsproblemen auf der Basis der synchronen und
- asynchronen Kommunikation bzw. der fehlenden Kommuni­kation mit den Lernenden.

Beratungskompetenz:
- Hilfe bei technischen und fach­lichen Problemen unter Zuhilfe­nahme der technischen Hilfs­mittel (z. B. direkter Zugriff auf den Rechner des Lernenden via Application Sharing).
- Kundengespräche führen, Bera­tung bei der Karriereplanung

Metakognitive Kompetenz:
- Vertiefte Kenntnisse für Lernpro­zesse unter besonderer Berück­sichtigung des mediengestützten Einzellernens und der netz­basierten Kommunikation und Kooperation.

Teamfähigkeit:
Kooperation mit den Lernenden und anderen Lehrkräften über das Netz.6)

1) siehe http://www.bbs-network.de/ - Das Angebot – Fortbildung - Attachment: TTE-Ausbildung

2) vgl. Kaiser, F.-J.; Schröder, R. (2001): Telekommunikativer Unterricht und Lehreraus- und weiterbindung: Die Qualifizierung zum TC TeleCoach®:, in: Wirtschaft und Erziehung, Heft 2/2001, S. 43-49

3) vgl. Kaiser, F.-J.; Schröder, R. (2002): Zertifizierungsleitung für "TeleCoach der Wirtschaft", in: Die kaufmännische Schule, Heft 01/2002, S. 9-12

4) siehe http://www.bbs-network.de/ - Das Angebot – Lerninhalte

5) vgl. Schröder, R. (1997): Bericht der Arbeitsgruppe Berufs- und Wirtschaftspädagogik, in: Tulodziecki, G.; Blömeke, S. (Hrsg.): Neue Medien - Neue Aufgaben für die Lehrerausbildung. Tagungsdokumentation, Gütersloh: Verlag Bertelsmann Stiftung, S. 120-143


6) vgl. Schröder, R. (2003): Multimediales und telekommunikatives Lernen und Lehren in der wirtschaftsberuflichen Bildung, in: Kaiser, F.-J.; Kaminski, H. (Hrsg.): Wirtschaftsdidaktik, Bad Heilbrunn: Klinkhardt, S. 149-176